Pianist Roman Rabinovichs kreative Huldigung des künstlerischen Ausdrucks

(Selbst-Porträt des Künstlers)

Am Samstag, dem 15. Dezember 2012, um 19 Uhr, wird die Arthur Rubinstein International Music Foundation ihr Zankel Hall at Carnegie Hall Konzert zu Ehren eines der größten aller Pianisten des goldenen Zeitalters päsentieren – Arthur Rubinstein. Der Pianist Roman Rabinovich ist einer der zwei ausgewählten Pianisten /Pianistinnen, die bei dieser Veranstaltung spielen werden, die andere ist Anna Fedorova. Jeder dieser beiden talentierten Musiker besitzt innerhalb seines Handwerks besondere Eigenschaften und zusammen werden sie sicherlich dem Gedächtnis des großen Meisterpianisten Arthur Rubinstein gerecht werden. An diesem Abend wird ebenfalls ein kurzer Dokumentarfilm über Rubinsteins historischen Konzert-Auftritt im Jahre 1945 in San Francisco präsentiert, wie auch eine Ausstellung von Porträtaufnahmen und Fotografien, auf denen Rubinstein zu sehen ist und die teilweise aus der Sammlung seiner Tochter Eva stammen. Das Musikfestival der Stiftung begann im Jahre 2008 in Lodz, dem Geburtsort von Rubinstein. Rabinovich, der als Preisträger des ‘Arthur Rubinstein International Piano’ Wettbewerbs (nicht mit der zuvor genannten Gastgeberorganisation in Beziehung stehend) in Israel, aber auch mit großem Beifall in Europa und Amerika aufgetreten ist, wurde die Gelegenheit gegeben, ein Programm auszuwählen, das ihm besonders am Herzen liegt. Er teilte mir mit Enthusiamus mit, dass Prokowjews Romeo und Julia (drei Stücke), seine Arrangement von Ravels ‘Daphnis und Chloé’ wie auch Strawinskis ‘Petruschka’, welche sich seiner im Programm stehenden Haydn-Sonate in As-Dur Hob.XVI/46 anschliessen, schon seit einiger Zeit seine volle Aufmerksamkeit erfahren.

“Petruschka und Ballerina” Zeichnung von Roman Rabinovich

Eine Aufnahme dieser auf das Ballet bezogenen Klavier Interpretationen wird im Frühjahr 2013 auf dem Orchid Classic Label herauskommen. Die Faszination, die Rabinovich diesen Stücken und deren Aufnahme entgegenbrachte, erwuchs aus seiner Bewunderung dieser Epoche und ihrer unverwechselbaren künstlerischen Ausrichtung: Paris im frühen 20. Jhrd., angefüllt mit vitaler Schöpfungskraft und gegenseitiger Befruchtung der Künste und Künstler, mit einem charismatisch aufgeladen Duft von Kreativität. “Je mehr ich über dieses Zeitalter gelernt habe, desto mehr wollte ich ihm persönlich Ehre erweisen” meint Rabinovich. Alle drei Komponisten haben eng mit den Ballet Russes zusammengearbeitet, wenngleich zu etwas unterschiedlichen Zeiten: ‘Daphnis und Chloé’ wurde im Jahre 1910 geschrieben, ‘Petruschka’ im Jahre 1911 und ‘Romeo and Julia’ erst 1935. Trotz all ihrer ästhetischen Unterschiede sieht Rabinovich den roten Faden, der sich durch sie hindurchzieht: “Sie wurden von der Energie und dem Charme eines einzigen Mannes, einer Naturkraft inspiriert– Sergei Djagilew! Sie gehören zum Zeitalter der Ballets Russes, die auch noch auf die künstlerischen Tendenzen der nächsten Generationen einen tiefgreifenden Einfluß hatten, indem sie Avantgarde Musik, Tanz und Ausdrucksform auf eine neue und innovative Weise verschmolzen.” Es war vorallem Rabinovichs besonderes Interesse an dem russischen Künstler Leon Bakst, der berühmt für seine Bühnenbilder vieler Djagilew Produktionen ist, das ihn auch zu anderen Djagilew Stars führte, einschliesslich zu Nijinsky, Pavlova, und Picasso, wie auch Strawinski, Ravel und Prokowjew. Obwohl er keine Ausbildung in bildender Kunst genossen hat, besitzt er offensichtlich künstlerisches Talent, wie aus seinen vielen Zeichnungen, sowohl in gedruckter wie auch in digitaler Form auf seinem iPad skizziert, zu ersehen ist. Er begann mit dem Zeichnen, als er zehn Jahre alt war und gesteht ein: Ich muss sehr viele Informationen während der Klassen versäumt haben, als ich beim Zuhören kritzelte; es handelt sich um einen Zwang, den ich ernst nehme, es ist nicht nur ein bloßes Hobby von mir.” Auf die Frage, ob die eine Kunstgattung die andere beeinflusst, sagt er: “Es gibt viele Parallelen zur Musik, die offensichtlichen Verbindungen wie Farben, Ausgewogenheit und Struktur, ihre Symetrie, Höhen und Tiefen, die Transparenzen der Texturen …. korrespondieren sicherlich mit musikalischem Verständnis. Es hilft mir irgendwie, das andere Medium zu begreifen, indem man einen anderen Bezugpunkt hat; Musik ist eine flüchtige Materie – sie ist vergänglich. während bildende Kunst permanent ist. Man kann auf das Papier /die Leinwand zurückkommen, man kann an bildender Kunst festhalten. Ich habe nie ganz verstanden, wie bei Musik ich ein Stück, das ich spiele, vorbereite und dann, am nächsten Tag, wieder neu beginne, Musik ist nie in der gleichen Weise für immer da.” “Allerdings” wie er erklärt “ist die Natur des Klaviers so beschaffen, dass es eine so weite dynamische Bandbreite an Farben und Effekten erzeugen kann, die es einem ermöglichen, selbst solche Musik zu spielen, die dazu bestimmt ist, die fantastischen und bunten Klangfarben einer vollen Orchestrierung zu zeigen, wie in den Ballett Arrangements und sie in einer selbstgenügsamen Klavierversion zum Leben zu bringen.” Was Ravels ‘Daphnis’ betrifft, fand Rabinovich etwas über die ursprüngliche Reduzierung des Balletts zu Probezwecken heraus, was zum Ansatzpunkt seines Arrangements wurde, dass auf Ravel beruht.

“Daphnis” Zeichnung von Roman Rabinovich Der junge Prokowjew hatte in den Zwanziger Jahren drei Balette für die Ballets Russes geschrieben, deren Aufführungen von ‘Petruschka’ und ‘Daphnis’ er auf seinen ersten Reisen nach Paris und London gesehen hatte. Sein ‘Romeo und Julia,’ das nach seiner endgültigen Rückkehr nach Russland im Jahre 1935 komponiert und vom Kirov Theatre im Jahre 1940 produziert wurde, stellt eine neue, abstraktere Richtung dar.       “Romeo und Julia” Zeichnung von Roman Rabinovich

Um einen Bogen zum Programm herzustellen, erwähnt Rabinovich folgende interessante Tasachen: erstens, dass Prokowjew und Strawinski zusammen eine vierhändige Version von ‘Petruschka’ in Rom spielten und zweitens, dass Strawinski persönlich die drei Sätze von ‘Petruschka’ für Arthur Rubinsteins eigenen Auftritt arrangierte. Querverweise zwischen Kunstgattungen wie auch die direkte Interaktion unter den Künstlern schaffen immer neue interessante Symbiosen in Zeiten kultureller Höhepunkte. Im Geiste solcher miteinander verschränkter Schaffensimpulse, möchte Rabinovich uns drei Zeichnungen zeigen, die er für dieses besondere Programm von Ballett Arrangement entwarf. “Der Wunsch etwas auszudrücken und mitzuteilen, ist Teil allen künstlerischen Schaffens und dieses Wesen einzufangen, ist das Ziel eines bildenen Künstlers wie auch eines Auftrittskünstlers.” Wie Rabinovich meint, der jüngst auch noch von einer anderen Richtung in der Musik fasziniert war, als er den Taktstock des Dirigenten ausprobierte unter Anleitung von Jospeh Swensen, Geiger und Dirigent des neu gegründeten Festivals U-Hac in Vermont )www.u-hac.com) : “Dirigieren öffnete viele Türen, was mein Denken bezüglich von Musik und mein Spielen betrifft. Es ist sicherlich etwas, was ich weiter erkunden möchte: das Ganze zu sehen und Verbindungen durch verschiedene Inputs herzustellen, ist faszinierend. Als Pianisten sind wir es gewohnt, Klang zu produzieren, plötzlich muss ich in der Lage sein, mein Verständnis von Klang zu übermitteln, diese Energie auf andere Leute nur durch Gesten und Körpersprache zu übertragen – ist immer noch eine surreale Erfahrung.” Um mehr Informationen über Roman Rabinovich und seine künstlerischen Arbeiten zu bekommen, besuchen Sie bitte folgende Website unter: www.romanrabinovich.net.  Ilona Oltuski

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